http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/issue/feed PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-12-03T13:59:42+01:00 Ingo Stützle stuetzle@prokla.de Open Journal Systems <p>Die PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft ist eine deutsche Peer-Review-Zeitschrift, in der seit 1971 Themen aus den Bereichen der Politischen Ökonomie, der Politik, Sozialgeschichte und Soziologie bearbeitet. Im Zentrum stehen dabei gesellschaftliche Machtverhältnisse, Polarisierungen im internationalen System und das gesellschaftliche Naturverhältnis.</p> http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1851 Editorial: Krisen der Reproduktion 2019-12-03T13:50:36+01:00 PROKLA Redaktion redaktion@prokla.de Julia Dück juliadueck@web.de Katharina Hajek hajek@uni-koblenz.de <p>Das Editorial arbeitet ein Verständnis von sozialer Reproduktion heraus, anhand der Gemeinsamkeiten und Differenzen, Anknüpfungspunkte aber auch Unvereinbarkeiten unterschiedlicher Perspektiven. Die unterschiedlichen Argumentationen und der zentrale Fokus des jeweiligen Ansatzes sollen entlang von drei Fragen deutlich werden: Der Frage nach dem Verständnis des Begriffs, nach der Verortung von sozialer Reproduktion im gesellschaftlichen Zusammenhang bzw. in der Reproduktion von Kapitalismus, sowie nach der Bedeutung von „Geschlecht“ im Zusammenhang von sozialer Reproduktion.</p> 2019-12-03T11:14:03+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1843 „Ein Papa, eine Mama, ganz einfach!“ 2019-12-03T13:59:42+01:00 Christopher Fritzsche fritzsc5@staff.uni-marburg.de Juliane Lang juliane.lang@staff.uni-marburg.de <p>Der Beitrag untersucht die Gegnerschaft zur „Ehe für alle“ als politisches Projekt, welches sich zeitgenössischen Liberalisierungen in der Ordnung von Geschlecht und Sexualität entgegenstellt. In Debatten rund um Geschlecht, Sexualität und „Familie“ ringen Akteure aus christlicher und Neuer Rechter um Hegemonie. Anhand von Argumentationsmustern gegen die „Ehe für alle“ zeigen wir den autoritär-regressiven Gehalt des politischen Projektes von rechts auf: Nichtdie Ablehnung von Homosexualität als solcher, sondern die Abwehr der Infragestellung binärer Zweigeschlechtlichkeit machen seinen Kern aus.</p> 2019-12-03T12:02:33+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1844 Reproduktionskrisen, Sorgeextraktivismus und Sorgekämpfe in Indien 2019-12-03T12:47:54+01:00 Christa Wichterich wichterich@femme-global.de <p>In Indien protestieren seit Jahren hunderttausende Gesundheits- und Sozialarbeiterinnen gegen Geringbewertung und -bezahlung ihrer Arbeit. Wie in Europa kommt es zu einer Feminisierung von Arbeitskämpfen, weil die Ausbeutung der Sorgearbeitenden sich infolge zugespitzter Krisensituationen der sozialen Reproduktion intensiviert. Diese Sorgekämpfe haben im Alltagsverstand einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein über die ökonomische und soziale Bedeutung von Sorgearbeiten verstärkt, aber die hegemoniale Geringschätzung und Niedrigstentlohnung von Sorgearbeiten nicht wesentlich verbessert. Die leitende Fragestellung dieses Beitrags ist, mit welchen Strategien und Instrumenten diese Abwertung von Sorgearbeiten unter neoliberalen Bedingungen fortgesetzt wird.</p> 2019-12-03T11:52:41+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1845 Anwerbeprogramme in der Pflege: 2019-12-03T12:47:56+01:00 Jan Kordes kordes@geo.uni-frankfurt.de <p>In diesem Beitrag wird gezeigt, dass die Zunahme staatlicher und privater Anwerbung von Pflegefachkräften nach Deutschland als Versuch einer räumlichen „Lösung“ der Krise sozialer Reproduktion in ihrer Manifestation eines eklatanten Arbeitskraftmangels im institutionellen Gesundheits- und Pflegesektor verstanden werden kann. &nbsp;Der Beitrag diskutiert empirisch die Positionen von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Berufsverbänden zur Anwerbung. Anwerbung wird seit einiger Zeit von Arbeitgeberseite gefordert und auch seitens der Politik unterstützt. Die strukturellen Ursachen des Aufkommens dieser Strategie werden theoretisch reflektiert durch Bezüge zur feministischen Forschung zur Globalisierung der Reproduktionsarbeit, zu materialistischen Perspektiven auf Migrationspolitik sowie einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit Harveys Konzept des <em>spatial fix</em>aus der Sicht kritischer Migrationsforschung. Durch diese raumtheoretische Perspektivierung wird aufgrund der spezifischen Verfassung des Pflegesektors deutlich, weshalb Anwerbung als struktureller Lösungsversuch an Bedeutung gewinnt. Das empirische Material zeigt, dass diese Strategie seitens der Gewerkschaften nicht unwidersprochen bleibt; dabei muss die Politisierung dieses Prozesses jedoch verstärkt im Hinblick auf eine gemeinsame Positionierung mit migrantischen Pflegefachkräften erfolgen.</p> 2019-12-03T11:48:16+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1846 „Etwas Begehrenswertes“ 2019-12-03T13:55:33+01:00 Ben Trott ben.trott@leuphana.de <p>Der vorliegende Beitrag fragt, wie queere Lebensweisen heute entstehen und sich reproduzieren. Es wird argumentiert, dass viele, die ein queeres Leben in begehrenswerterweise leben wollen, schon lange einem der zentralen Orte der sozialen Reproduktion entkommen müssen, der Familie. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, alternative Sorge- und Unterstützungsnetze aufzubauen, was oft nur durch (gegenkulturelle und andere) Räume außerhalb des häuslichen Bereichs ermöglicht wird. Weiter argumentiere ich, dass diese Tatsachen vielleicht überraschend oft in kulturellen (Mainstream-)Darstellungen von queerem Leben vorkommen, beispielsweise in Film und Fernsehen der letzten 30 Jahre. Überraschend deshalb, da dies im Widerspruch zu vielen anderen prominenten kulturellen Darstellungen steht, die verhandeln, wie sich LGBT-Menscheninzwischen innerhalb herrschender Institutionen etabliert haben, insbesondere Ehe und Familie, also – wie viele andere zurecht angemerkt haben – inmitten der Entstehung der völlig entpolitisierten „neuen Normalen“.</p> 2019-12-03T11:42:40+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1842 Kapital gegen Leben 2019-12-03T12:47:49+01:00 Vincent Streichhahn v.streichhahn@gmx.de Ronda Kipka ronda.kipka@gmx.de <p>Im Anschluss an Lise Vogel konzentriert sich dieser Artikel auf eine werttheoretische Diskussion des Reproduktionsbegriffs. Die Autor_innen wollen damit in die aktuellen Debatten über die soziale Reproduktion eingreifen. Der werttheoretische Ansatz basiert auf einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie und betont die Notwendigkeit der Reproduktion der Ware Arbeitskraft für den kapitalistischen Reproduktionsprozess. Die systematischeVerflechtung von Produktion und Reproduktion kann dadurch theoretisch systematischer erfasst werden als mit bisherigen Ansätzen. Ein zentraler Befund zeigt, dass die Ausbeutungsrate auch durch historisch spezifische Reproduktionsstrategien reguliert wird. Klassenkämpfe finden daher mitnichten nur in der Fabrik, sondern auch im öffentlichen Reproduktionssektor, wie dem Bildungs- und Gesundheitswesen statt.</p> 2019-12-03T12:07:58+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1849 Über die Kapitallogik hinaus – feministische Klassenpolitiken denken 2019-12-03T13:53:15+01:00 Julia Dück juliadueck@web.de Katharina Hajek hajek@uni-koblenz.de <p>Der Beitrag leistet eine kritische Evaluation von Texten, die jüngst unter dem label Social Reproduction Theory (SRT) erschienen sind und soziale Reproduktion vor allem unter Rekurs auf die marxsche Werttheorie fassen. Während das grundlegende Anliegen dieses Ansatzes, in Kämpfen um soziale Reproduktion feministische und Klassenkämpfe zusammen zu denken, zu begrüßen ist, werden auch Fehlschlüsse attestiert.&nbsp;Ein essentialistischer Geschlechterbegriff und ein Verständnis von Reproduktion als rein ökonomischer Sachverhalt, wie ihn die SRT auszeichnen, führen dabei zu politisch-strategischen Kurzschlüssen. Anstatt die Dimensionen des Diskursiven und Ideologischen den vermeintlich ‚materialistischeren‘ Klassenkämpfen gegenüber zu stellen, sollten stattdessen - so unser Argument - vergeschlechtlichte Lebensweisen und Subjektivitäten vielmehr als wichtiger Einsatzpunkt für eine feministische Klassenpolitik verstanden werden.</p> 2019-12-03T11:28:41+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1809 Resilienz oder die Fortschreibung neoliberaler Krisenbearbeitung 2019-12-03T12:48:10+01:00 Felix Syrovatka felix.syrovatka@fu-berlin.de <p>Der Begriff der Resilienz ist zu einem Schlüsselbegriff in der europäischen Politikformulierung avanciert. Kaum ein Politikbereich auf europäischer Ebene, in der er nicht eine zentrale Position einnimmt. Auch in der europäischen Arbeitsmarktpolitik konnte sich das Konzept als strategisches Leitbild durchsetzen und verdrängt dort zunehmend das Flexicurity-Konzept. Als universaler Schlüsselbegriff bildet Resilienz den konzeptionell-begrifflichen Rahmen für die Nach-Krisen-Ära in der Europäischen Union und legitimiert somit die konstitutionelle Festschreibung jener ad-hoc Maßnahmen und Instrumente der europäischen Krisenbearbeitung</p> 2019-12-03T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1847 Konzepte der Teilhabe: Bedingungsloses Grundeinkommen oder Recht auf Arbeit? 2019-12-03T12:47:59+01:00 Martin Kronauer kronauer@hwr-berlin.de <p>Der Beitrag stellt die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, die in der Linken großen Zuspruch erfährt, der Forderung nach einem Recht auf Arbeit („lieber weniger arbeiten und besser, Arbeit für alle“) gegenüber, die in der Linken in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Er stellt beide Forderungen auf den Prüfstand gesellschaftlicher Teilhabe und sieht eine grundlegende Differenz darin, welcher Stellenwert jeweils der gesellschaftlich notwendigen Arbeit (innerhalb und jenseits kapitalistischer Verhältnisse) beigemessen wird. Daraus folgt ein Plädoyer dafür, die Forderung nach einem Recht auf Arbeit neuerlich und auf neue Weise in die gesellschaftliche Debatte einzubringen.</p> 2019-12-03T11:38:01+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1850 Neoliberale Alternativlosigkeit, progressiver Liberalismus und der Aufstieg des autoritären Populismus 2019-12-03T13:52:17+01:00 Nikolai Huke nikolai.huke@uni-tuebingen.de <p>Der Artikel entwickelt eine Erklärung des Aufstiegs des autoritären Populismus, die die Rolle progressiver sozialer Kämpfe hervorhebt. Unter Bezug auf das Konzept des „progressiven Neoliberalismus“ von Nancy Fraser wird autoritärer Populismus als Reaktion auf Feminismus, Antirassismus, Multikulturalismus und die Rechte von LGBTQ interpretiert. Nicht wie Fraser argumentiert die neoliberale Vereinnahmung, sondern die Erfolge der Bewegungen und der durch sie ausgelöste Wertewandel, so wird gezeigt, sind jedoch das zentrale Moment für den Aufstieg des autoritären Populismus. Autoritärer Populismus ist eine konservative Gegenreaktion auf veränderte gesellschaftliche Kräfteverhältnisse und deren mediale und politische Repräsentation. Soziale Verwerfungen infolge des neoliberalen Kapitalismus und gescheiterte sozialdemokratische oder antikapitalistische Strategien tragen indirekt – über ihre subjektive Verarbeitung und da zuvor von linken Parteien gebundene konservativ-autoritäre Einstellungen freigesetzt werden – ebenfalls zum Aufstieg des autoritären Populismus bei. Autoritärer Populismus lässt sich damit als Folge verlorener linker Kämpfe und einer parallel dazu erfolgenden progressiven Liberalisierung interpretieren.</p> 2019-12-03T11:17:51+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.de.w018207c.kasserver.com/index.php/PROKLA/article/view/1852 Herrschaftskritik und radikale Demokratie 2019-12-03T12:48:08+01:00 Fabian Georgi fabian.georgi@staff.uni-marburg.de Margit Mayer mayer@zedat.fu-berlin.de Roland Roth roland.roth1@gmx.de Markus Wissen markus.wissen@hwr-berlin.de Dirk Vogelskamp dirkvogelskamp@grundrechtekomitee.de <p>Nachruf auf Wolf-Dieter Narr.</p> 2019-12-03T11:07:19+01:00 Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft